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Geführt in der 5. Generation – Familie Keller

Das Restaurant Schwendi

In der Schwendi, also dort, wo man durch das Abschälen der Baumrinde dem Wald Land abrang, steht am Eingang des Dorfes Bauma das herrschaftliche Fachwerkhaus, das keiner übersehen kann, der mit offenen Augen durch unsere Welt zieht. Es erhebt sich stolz über der Tösstalstrasse.

Landrichter Hans Wolfensberger, der auch als erster Gemeindepräsident von Bauma amtete, erstellte das Gebäude 1772 als untere Schwendi, wie einem alten Balkenspruch zu entnehmen ist.

Während sein Sohn den talseitigen Teil bewohnte, lebte sein Schwiegersohn Heinrich Kägi ab 1820 im bergseitigen Teil, gründete 1852 die erste mechanische Baumwollspinnerei des Tösstals in Wyden und die nahe Textilfabrik zum Holderbaum. 

Durch Einheirat kam die obere Hälfte des Gebäudes an die Familie Major Egli.

1878 erwarb Bäckermeister Jakob Keller vom Boden-Steg die untere Haushälfte, betrieb die Bäckerei, führte einen Lebensmittelladen und die damalige Wirtschaft zum „Kreuz“, sowie zur Selbstversorgung etwas Landwirtschaft.

Seit dieser Zeit blieb der stolze Anwesen stets im Besitz der Familie Keller.

Nach seinem Tod hinterliess Jakob Keller das Heimwesen seinem Sohn Albert, der es in ähnlichem Sinne weiterführte, jedoch Bäckerei und Laden aufgab.

Albert Keller der Zweite in der Familie sicherte die Nachfolge, insbesondere weil seine Frau Alice Freude am Wirten bekundete, während er sich mehr der Landwirtschaft widmete.

Der Name „Kreuz“ verlor sich, weil der Begriff „Schwendi“ in der Bevölkerung eher verbreitet war.

Als die Tösstalstrasse 1938 neu trassiert wurde, konnte beim Umbau der Schwendi der Eingang so geschaffen werden, wie er sich heute präsentiert.

Einen entscheidenden Schritt wagte Albert Keller 1952, als er die obere Haushälfte von Frau Major Egli kaufte. Damals fanden rund 30 Personen in sieben Wohnungen in der Schwendi Platz.

1962 bekam das Restaurant das heutige Aussehen, und eine Gartenwirtschaft konnte beim einstigen Gebäudeeingang realisiert werden.

1980 übernahmen Albert Keller der Dritte zusammen mit seiner Frau Maya in vierter Generation den Restaurantbetrieb, während sein Bruder Hanspeter in einer 1971 neu erstellten Scheune den Landwirtschaftsbetrieb weiterführte.

Eine weitere Auffrischung erhielt die Schwendi 2008, als die Fassaden erneuert wurden, so dass sich das herrschaftliche Haus, im Sommer mit den vielen Geranien geschmückt, als Juwel des Dorfes Bauma präsentiert.

Seit 2018 führen nun Res und Ramona Keller die Schwendi in fünfter Generation in bewährtem Sinne weiter,  bieten gut bürgerliches Essen an und halten an beliebten Schwendi-Traditionen fest.